Häufig gestellte Fragen

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FAQ's

Was ist „Digital Storytelling“?

Digital Storytelling ist die moderne Erweiterung der tradierten Kunst des Geschichten-Erzählens durch digitale Bilder und Ton. Das Format von 2-3 minütigen Videogeschichten ist dem Modell des kalifornischen Storycenters entlehnt, das vom Theaterpädagogen Joe Lamberts in den 1990er Jahren entwickelt wurde. Im Mittelpunkt steht die eigene Stimme. Hier wird nichts über jemanden erzählt, sondern jede Person spricht für sich selbst: Digital Storytelling zelebriert auf ganz eindrucksvolle Weise persönliche Lebenserfahrung und vermittelt bleibende Eindrücke von der individuellen Erlebnis- und Gefühlswelt.

Was macht „Digital Storytelling“ so besonders ?

Mit Digital Storytelling lernen Menschen auf eine aufwertende, erfreuliche und zugängliche Art und Weise, ihren Geschichten Sinn, Wert und Bedeutung beizumessen. Auch können sich mit den digitalen Medien diese Geschichten mehr denn je Gehör verschaffen. Denn persönliche Geschichten sind starke Empathieträger und bestechen durch ihre Authentizität. Das digitale Format ist extrem flexibel und kann in zahlreiche Inhalte und Praktiken integriert werden: in kreative Werkstätte, Informationsplattformen, in der Sozialarbeit, in Bildungsinitiativen u.v.m. Sowohl der Prozess als auch das Produkt sind gleichermassen wertvoll – im Unterschied zu vielen anderen Ansätzen, wo nur das Ergebnis zählt.

Macht StoryAtelier nur Digital Storytelling?

Nein, StoryAtelier versteht sich als soziale Geschichtenwerkstatt im erweiterten Sinn! Die Ateliers werden individuell konzipiert und auf die Ziele und Anforderungen der jeweiligen Projekte zugeschnitten. Hier einige Beispiele:

  • Geschichten werden nur als Hörwerk gestaltet, ohne Video.
  • Geschichten werden in ein Transmedia-Projekt eingebettet, wo sowohl mit Digital Storytelling also auch journalistisch oder künstlerisch gearbeitet wird.
  • Geschichten werden als Performance gestaltet: Slam Poetry oder Theaterperformance.
  • Geschichten sind Teil von Projektwochen, in denen die Medienproduktion noch vertieft wird.
  • Geschichten werden von mehreren Menschen als Gemeinschaftswerk gestaltet.

Was passiert mit meiner Geschichte nach dem Workshop?

Es wird mit den Filmen nur das gemacht, was die Teilnehmer/innen ausdrücklich autorisieren, wobei jedwede kommerzielle Nutzung, Änderung oder Verfremdung der Filme völlig ausgeschlossen sein muss. Sie sind ein pädagogisch wertvolles Material, um den Unterricht in Sozialkunde zu gestalten oder Initiativen zum gewaltfreien Lernen zu unterstützen. Sie können Teil einer umfassenderen Sensibilisierungskampagne oder Fundraising-Aktion sein: als Content auf informativen Webseiten, als Teil eines Spots im Fernsehen oder im Internet, als QR-Code bei einer Plakataktion, als Filme-Sammlung, die an alle Einrichtungen verteilt wird. Sie können aber auch lediglich für die Familie oder für die Personen selbst erstellt werden. Besitzer der Geschichte, des Textes und des Filmes sind die Urheber, also die Workshopteilnehmer! Sowohl für die Personen, die daran teilnehmen, als auch langfristig für Menschen, die diese Filme sehen werden, sind die ganz persönlichen, authentischen Geschichten von Bedeutung.

Wer kann „Digital Storyteller“ sein?

Jede Person, die ihre Lebenserfahrung, Ideen oder Gefühle mit Geschichten und digitalen Medien dokumentieren möchte. Auch Menschen mit wenig oder keinerlei Erfahrung in Videoproduktion oder Computernutzung. Jede Person, die sich einige Zeit nimmt, um im Rahmen von einem Workshop eine Geschichte zu gestalten. Dort erhalten alle Teilnehmer die kreative, technische und menschliche Unterstützung, die sie brauchen.

Wie sieht ein typischer Workshop aus?

Die Teilnehmer (Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) werden in 3 bis 4 tägigen Workshops oder im Rahmen von Projektwochen in die Lage versetzt, ihre persönliche Geschichte in einen Skript zu fassen, einen Kurzfilm mit Stand- und/oder Bewegtbildern zu produzieren und mit der Kraft der eigenen Stimme diesen Geschichten eine unvergleichbare Authentizität zu verleihen. Dabei kann der Prozess kreativ erweitert werden: durch künstlerische Gestaltung, Poetry Slam…Es gibt Findungsphasen, Schreib- und Erzählphasen und Phasen mit anderen kreativen Ausdrucksmitteln, sowie technische Aufnahme- und Produktionsphasen am PC. Das Highlight eines jeden Projektes ist die Vorführung am Schluss, wo mit Stolz und Aufregung die Filmwerke vor kleinem oder grösserem Publikum gezeigt werden.

Was sind barrierefreie Ateliers?

Ob geringe Mobilität, kognitive oder kommunikative Beeinträchtigungen, eingeschränkte Lese- bzw. Schreibfähigkeit, die Antwort darauf kann nur sein: Einfachheit und Klarheit. Wir lassen die Kirche im Dorf.

Der Rahmen: Der Zugang und die Räumlichkeiten werden so ausgesucht, dass sie auf die Bedürfnisse von Menschen im Rollstuhl angepasst sind und eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gegeben ist.

Die Technik: Die Dinge werden anschaulich und in einfacher Alltagsprache vermittelt. Technische Anforderungen werden auf das Minimum reduziert und Assistenz ist jederzeit gewährleistet. Postproduktionsphasen durch unsere Prozessbegleiter werden dem Bedarf angepasst. Die Technik muss ihre Rolle als Hilfsmittel erfüllen, darf also keine Barriere darstellen.

Die Inhalte: Wenn eine Person nicht in der Lage ist, ihre Geschichte selbst zu schreiben, so sind alternative Methoden angebracht: so z.B. der narrative Dialog, aus dem die Prozessbegleiter dann eine Erzählung herausschälen und mit dem Erzähler abgleichen kann. Wichtig ist, dass sich jede/r Erzähler/in sowohl im Prozess als auch in der Erzählung wiederfindet.

Leichte Sprache: Wir passen uns dem Kontext und dem Bedarf an, um den Anforderungen einer leichten Sprache nachzukommen.

Wie werden minderjährige Erzähler oder betreute Erwachsene geschützt?

Wenn Kinder oder betreute Erwachsene involviert sind, müssen die Eltern bzw. gesetzlich Verantwortlichen eine informierte Entscheidung darüber treffen können, ob und wie der Film ihres Kindes oder des betreuten Erwachsenen veröffentlicht wird und ob Personen darin identifizierbar sein dürfen. Selbst wenn am Anfang eines Workshop klar ausgedrückt wird, dass die Filme etwa eine Sensibilisierungskampagne im Internet unterstützen sollen, dürfen Teilnehmer und Eltern bzw. Betreuer am Ende der Produktionsphase noch einmal abschließend darüber entscheiden. Jeder darf sich auch gegen eine Veröffentlichung entscheiden. Sie werden darüber aufgeklärt, dass ein Film, wenn er im Internet veröffentlicht wird, hinterher nur noch bedingt aus dem Umlauf gezogen werden kann.

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Dann schreiben Sie uns einfach an. Wir melden uns zurück!

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