Wie es ist, einen Digital Storytelling Workshop zu leiten, weiß man erst am Ende des Workshops. Ich habe schon des Öfteren vor größeren Menschengruppen vorgetragen und hatte mir meine eigenen Methoden zurecht gelegt. Aber einen Workshop mit Digital Storytelling zu leiten, ist etwas völlig anderes. Während man bei Kulturführungen gezielt Fragen stellt und nur „richtige“ Antworten zulässt, bei Seminaren und Präsentationen vorwiegend Monologe führt und sich auf die kritischsten Fragen vorbereitet, so kommt man bei Digital Storytelling mit diesem Wissen nicht weit. Hier heißt es, sich ganz gezielt zurück zu nehmen. Man ist zugleich Moderator und aktiver Zuhörer. Man stellt mehr Fragen, als man welche beantwortet. Das Ziel ist dabei, den Personen zu helfen, selbst ihre Geschichte zu finden, zu erzählen. Die Teilnehmer selbstbestimmt arbeiten zu lassen und Begleiter zu sein!

Zuhören und Zurücknehmen

Zuhören! Ein wichtiges Wort, das zuweilen missbraucht wird. Zuhören verkommt zum geduldigen Warten darauf, selbst endlich reden zu dürfen. Die Antworten sind nur vorgetragenes Wissen und dienen oft nur noch der Selbstdarstellung.

„Wenn man mir nicht zuhört, dann ist das so, als ob ich nicht da bin.“ So die Aussage einer 7-jährigen Grundschülerin aus einem Hörclub der Stiftung Zuhören. Ziel der Stiftung Zuhören als führende Organisation der Zuhörförderung in Deutschland ist es, das Zuhören in allen Bereichen unserer Gesellschaft sowie die Medienbildung in allen Bevölkerungsgruppen zu fördern. Ein Ziel welches wir mitverfolgen.

Verspürt eine Person Wertschätzung ohne, dass der Zuhörer selbst etwas dafür verlangt, so ist diese Person offener für einen freundschaftlichen Dialog. Es ist diese Qualität, diese Feinheit, die mich an der Arbeit mit Digital Storytelling so fasziniert und mich auch erfüllt! Denn gerade in diesem Moment habe ich persönlich viel über mein Gegenüber, aber viel mehr noch über mich gelernt.

Zuhören ist der Anlasser des Geschichtenmotors

Die daraus resultierende Kraft ist unermesslich. Durch kritische Selbstreflektion verstehen wir erst richtig, was unsere Geschichte eigentlich ist und schaffen die nötige Distanz für kreative Prozesse. Nach drei bis vier Tagen verlassen die Teilnehmer den Workshop nur ungern. Denn das Gefühl des Stolzes und der Anerkennung ist in diesem Moment am Höhepunkt.

Geschichten sind machtvoll, ja. Viel machtvoller ist aber das Gefühl, alles schaffen zu können. Und genau das ist es, was Geschichten tun. Sie pflanzen einen Samen ein, der durch das Erzählen genährt und hinausgetragen wird aber erst durch das Zuhören Berge versetzen kann.

Ich bin stolz ein Teil davon zu sein!

 

 

 

 

Rundum Storytelling Köln. Junge sitzt auf einer Mauer.

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