Empathie ist nicht alles!

Empathie ist nicht alles!

Von der Hirnforschung wissen wir: Das Gehirn prägt sich Wissen einfacher durch zusammenhängende Geschichten als durch Daten und Fakten ein. Warum? Weil Fakten nur unser Sprachzentrum aktivieren, während Geschichten das ganze Hirn in Wallung bringen und Identifikation schaffen.

Wissen wird über Erzählungen nicht nur vermittelt, sondern erlebbar.

Atmen wir den Duft einer Rose ein, wird derselbe sensorische Teil des Hirns (der sensorische Kortex) aktiviert, wie wenn uns jemand nur davon erzählt. Dasselbe Areal, das für Bewegung zuständig ist (der motorische Kortex), leuchtet im Scanner auf, egal ob wir selbst Fußball spielen oder als Zuschauer auf der Tribüne sitzen. Unsere Gehirne verschalten sich, unsere Körpersprachen werden synchron und spiegeln das Verhalten, die Bedürfnisse und Gefühle des Anderen. Lächelt sie, lächele ich; weint er, weine ich. Wir können die Emotion unseres Gegenübers verstehen und empfinden sie nach, ganz gleich ob diese gerade erlebt oder „nur“ erzählt wird.

Emotionale Ansteckung definiert Empathie.

Empathie ist biologisch bedingt und ein Grund dafür, dass sich immer wieder Menschen in Lebensgefahr bringen, um andere zu retten. Altruismus übertrifft eben doch Egoismus, wenn das Leid um sich schlägt. Im Dokumentarfilm Die Revolution der Selbstlosen gehen die Psychologen, Neurowissenschaftler und Primatenforscher sogar weiter.

„Sei es in Yale, Harvard oder am Max-Planck-Institut“, so die Autoren Thierry Lestrade und Sylvie Gilman, „überall kommen namhafte Wissenschaftler zum gleichen Schluss: Die von den Verfechtern Darwins immer wieder gepredigte natürliche Selektion ist nicht die einzige Triebkraft der Evolution. Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind ebenso Teil des menschlichen Wesens, ohne sie hätte die Menschheit nicht überlebt. Der Altruismus ist genetisch verankert.“

Wenn Kooperation unserer Entwicklung half, warum ist die Welt dann nicht gütiger und gerechter? Alle zwei Jahre analysiert und vergleicht die Bertelsmann Stiftung mit dem Transformation Index (BTI) den Wandel von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft in 129 Ländern der Welt. Der jüngste Index von 2016 zeichnet kein rosiges Bild: Demnach nimmt die Intensität von sozialen, religiösen und ethnischen Konflikten in den letzten zehn Jahren weltweit zu, während sich Demokratie, soziale Marktwirtschaft und die Fähigkeit zum Dialog zurückentwickeln.

Auch dafür liefert die Wissenschaft Erklärungsansätze: Noch stärker als der allgemeine empathische Reflex ist die Identifikation mit denen, die uns gleichen oder uns sympathisch sind. Family First! Dann die weiteren Kreise der Verwandten, Freunde, Nachbarn, Kollegen, Vereinsleute, Landsleute u.s.w.

Umarmung. Geschichten erzählen erfodert Empathie

Unser empathischer Spiegel ist nicht neutral

Unser Hirn leidet nicht unbedingt mit, wenn jemand „Böses“ sich verletzt, sondern empfindet eher Schadenfreude. Rache ist süß, heißt es doch so schön.

„Die empathische Einfühlung motiviert uns nämlich dazu, eher den Menschen zu helfen, die uns ähneln, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Menschen, die anders sind als wir, die eine andere Hautfarbe haben oder aus einer anderen Kultur stammen, ignorieren wir eher. Das heißt: Empathie kann uns parteiisch, ja sogar fanatisch machen“, erklärt der Psychologe Paul Bloom an der Yale University (USA) im Interview mit der Zeit.

Wo Sympathie und Nächstenliebe aufhören, und wo die Bestimmung von Andersheit beginnt, kann bekanntlich von Mensch zu Mensch sehr anders skaliert sein… Das kann man steuern, erforscht auch Paul Bloom, und zwar mit dem Begriff von compassion, von Mitgefühl. Doch bevor wir dahin kommen, möchten wir noch von einer weiteren Schattenseite der Empathie sprechen, die uns im Prozess mit Storytelling besonders angeht. Der Satz „Ich fühle das, was ein anderer Mensch fühlt“ birgt die Gefahr von emotionaler Überlastung. Menschen, die im privaten und beruflichen Leben einen Dienst am Menschen tun oder mit besonders schwierigen Handlungen am Menschen konfrontiert sind, kennen das Problem. Pfleger, Ärzte, Seelsorger, Helfer im Katastrophengebiet, Soldaten, Lehrer, Sozialhelfer und viele mehr.

Empathie oder Mitgefühl. Großvater und Enkelin umarmen sich.

Mitgefühl ist nicht gleich Empathie

Interessanterweise bieten die sozialen Neurowissenschaften denselben Lösungsansatz für beide Probleme mit der Empathie. Also erstens dafür, dass Empathie und entsprechend Kooperationsbereitschaft durch unseren Herdentrieb beeinflusst wird; zweitens dafür, dass die empathische Identifikation mit dem Leid, Schmerz oder Stress von anderen, zum emotionalen Burnout führen kann.

Was kann man also tun? Der Film „Die Revolution der Selbstlosen“ stellt eindrucksvoll dar, zu welchen Ergebnissen die Forscher kommen: Dass die Stärkung von Mitgefühl und Achtsamkeit durch meditatives Training nicht nur Individuen, sondern ganze Systeme verändern kann. Moment mal, ist Mitgefühl nicht dasselbe wie Empathie?! Nein, ganz und gar nicht erklären die Experten, darunter Paul Bloom, der US-amerikanische Hirnforscher Richard Davidson oder Tania Singer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, die auch eng mit dem Molekularbiologen und buddhistischen Mönch Matthieu Ricard zusammenarbeitet. Mitgefühl geht mit Achtsamkeit und selbstloser Anteilnahme einher. Der mitfühlende Mensch ist nicht mehr nur seiner Sippe am Nächsten, sondern weitet unbegrenzt seinen Horizont der Liebe und Kooperationsbereitschaft. Auch leidet er nicht mehr so arg mit. Als mitfühlender Mensch kannst Du Wärme ausstrahlen und nährst die Motivation zu helfen. Es ist im Prinzip das, was Ärzte oder Psychologen jeden Tag versuchen müssen, zu tun: sich mitfühlend auf den Patienten einzulassen, um zu helfen, ohne dabei von dessen Leid selbst überwältigt zu werden. Anders gesagt: Der mitfühlende Mensch kann sich der Gefühle und der Fremdheit anderer annehmen, ohne dass sein Gehirn die Gefühle spiegelt oder im negativen Sinne Schadenfreude zeigt.

Mitgefühl ist im Gehirn sichtbar und kann sich weiter entwickeln

Mentales Training stärkt also unsere Fähigkeit, unseren eigenen Stress abzubauen und uns selbstlos anderen zu öffnen. Jeder kann es lernen und davon profitieren. Im Storytelling-Workshops können Meditationspausen den Erzählern und Begleitern helfen, einen Schritt zurückzutreten. Gute Geschichten brauchen eine gewisse Distanz zum akuten Gefühl, um an Tiefe und Schärfe zu gewinnen. Die Gruppe braucht das Gefühl von Vertrauen und Gemeinschaft, um sich zu öffnen, Teilnehmer und Begleiter brauchen ein Stück weit innere Ruhe, um den anderen als wohlwollende und aktive Zuhörer zu begegnen. Können Geschichten die Welt verändern? Zumindest tragen sie dazu bei, mitfühlende, glaubwürdige Persönlichkeiten zu zeigen, die Dank der – durchaus auch guten und wichtigen! – Effekte von Empathie Nachahmer finden und Kettenreaktionen auslösen können.

Gefährliches Halbwissen

Gefährliches Halbwissen

Welche Folgen es haben kann, wenn man Gechichten nur von einer Seite beleuchtet, zeigt dieses schöne Beispiel von Chimamanda Ngozi Adichie, feministische nigerianische Schriftstellerin.

Adichie wurde 1977 in Nigeria geboren. Mit 19 Jahren wanderte sie in die USA aus, studierte Kommunikations- und Politikwissenschaften und machte an der Yale University einen Master in Afrikanistik. Adichie gilt als eine der großen Stimmen der jungen Weltliteratur. Ihre Romane waren für den Booker-Preis nominiert und für „Die Hälfte der Sonne“ erhielt sie 2007 den Orange Prize for Fiction. Sie steht auf der Liste der „20 besten Schriftstellern unter 40“ des „New Yorkers“ und ihr aktuellster Roman „Americanah“ wurde zu einem der fünf besten Romane des Jahres 2013 gewählt. Außerdem wurde ihr für diesen Titel der Heartland Prize for Fiction verliehen. Die Autorin lebt heut in Lagos und in den USA.

Auch in unserer Zeit ist es von größter Bedeutung Geschichten genau zu durchleuchten und verschiedene Quellen zu vergleichen. Nur ein Gesamteindruck bestehend aus vielen verschiedenen Einzeleindrücken ermöglicht nicht nur deduktives und induktives Denken sondern auch die Relativierung. Digital Storytelling kann hier einen wertvollen Beitrag leisten. Authentische Gechichten zu einem Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten ist aufklärerisch. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!“
  

Vom Vergessen und falschen Erinnern

Vom Vergessen und falschen Erinnern

Geschichten helfen uns nicht zu vergessen, doch warum vergessen wir Manches und an Anderes wiederrum erinnern wir uns, obwohl es unwichtig erscheint.

dasGehirn.info geht dem auf die Spur – ein Artikel von Hanna Drimalla

Wir vergessen Geburtstage, verlegen Schlüssel – und manches, an das wir uns erinnern, hat so nie stattgefunden. In unserem Gedächtnis geht so manches schief. Doch die Fehlleistungen geschehen nicht ohne Grund.

Wie wir vergessen

Im Alltag beruhen die meisten Gedächtnisfehler auf Geistesabwesenheit. Oft ist der Grund geringe Aufmerksamkeit, weil man parallel etwas anderes tut oder die Handlung automatisiert abläuft, wie etwa das Einräumen des Kühlschranks. Versuchen Sie doch einmal, sich zu erinnern, wie ein 1-Cent-Stück aussieht, das Sie schon so oft in den Händen hatten. Wenn man nicht darauf achtet, wie die Münze aussieht oder wo man den Autoschlüssel hinlegt, hält es auch das Gedächtnis für unwichtig und speichert die Information nicht.

Aber auch abgespeicherte Erinnerungen verblassen wie alte Fotos, wenn sie nicht regelmäßig abgerufen werden. Das liegt daran, dass das Gedächtnis dafür gebaut ist, unnötige und überholte Information zu vergessen. Würde sich das Gedächtnis alles merken, wäre es mit nutzloser Information überflutet. Dies zeigt der Fall des russischen Gedächtniskünstlers Solomon Shereshevsky, der sich minutenschnell Buchseiten, fremdsprachige Gedichte oder bis zu siebzig Zahlen merken konnte – dem es aber schwer fiel, die Informationen wieder zu vergessen. Regelrecht verfolgt fühlte sich Shereshevsky von dem Haufen sinnloser Erinnerungen in seinem Gedächtnis. Dem Gedächtnisprofi fiel es schwer, abstrakt zu denken, Inhalte zu generalisieren, zu ordnen und zu bewerten.

Normalsterbliche beschäftigen eher andere Probleme: „Wie heißt er noch gleich, der neue Kollege? Es liegt mir auf der Zunge!“ Dieses bekannte Phänomen ist das bestuntersuchte Beispiel für eine Blockierung. Die Erinnerung an ein Erlebnis oder eine Information liegt im Gedächtnis, aber lässt sich nicht abrufen. Dahinter steckt ein sinnvoller Mechanismus: die so genannte abrufinduzierte Hemmung. Das Gedächtnis hemmt dabei ganz gezielt Informationen, die in einer bestimmten Situation nicht von Bedeutung sind. Reden wir beispielsweise mit einem Freund über alte Schultage, werden andere Erinnerungen, die wir mit dieser Person gemeinsam haben, blockiert, so dass sie auch in späteren Situationen nicht mehr abrufbar sind. Würden alle Erinnerungen gleichzeitig das Gehirn überfluten, ginge das Wesentliche darin unter. Warum jedoch das Gedächtnis manchmal genau das Falsche blockiert, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Erinnern mit rosaroter Brille

Doch selbst wenn wir uns erinnern, können wir unserem Gehirn nicht immer trauen. Das menschliche Gedächtnis färbt Erinnerungen mit den aktuellen Gefühlen und dem jetzigen Wissen – sie werden so den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Wenn ein Paar etwa gerade glücklich miteinander ist, färbt sich auch die Erinnerung der Liebenden an die Vergangenheit rosig. Fühlen sie sich dagegen in der Beziehung nicht wohl, meinen sie zu erinnern, dass dies schon früher so war.

Aber nicht nur die aktuelle Stimmung verzerrt Erinnerungen, sondern auch Vorurteile: Bei afroamerikanischen Namen glauben US-Amerikaner eher als bei europäischen Namen, dass sie diese im Zusammenhang mit einem Verbrechen schon gehört hätten. Das Gedächtnis, zeigt sich, ist ein eher unzuverlässiger Geselle. Wenn Erinnerungen trügen Es kommt sogar noch schlimmer: Unser Gedächtnis verfärbt Erinnerungen nicht nur, es verfälscht oder erfindet sie sogar. Dafür verantwortlich sind Fehlattributionen und Suggestibilität. Bei einer Fehlattribution wird die Erinnerung der falschen Zeit, dem falschen Ort oder der falschen Person zugeordnet. Dass Donald Thompson der Vergewaltigung beschuldigt wurde, ist ein klassisches Beispiel hierfür. Aber auch ungewollte Plagiate beruhen manchmal auf Fehlattribution. So komponierte das Beatle-Mitglied George Harrison als Solist den erfolgreichen Song „My sweet Lord“. Doch die scheinbar eigene Idee war eine Kopie des Beatle-Songs „He’s so fine“. Die erinnerten Noten hatte Harrison fälschlich seiner eigenen Kreativität zugeordnet.

Ursache solcher Fehlleistungen ist das Bemühen des Gedächtnisses, sich nur das Wesentliche zu merken. Meistens ist die Quelle einer Erinnerung nicht so wichtig. Es ist oft entscheidender, dass man weiß, was jemand erzählt hat, als, wer es erzählt hat. Auch ist es in den meisten Fällen einfacher, ein Ereignis selbst zu erinnern, als den raum-zeitlichen Kontext, in dem es stattgefunden hat.

Bisweilen funktioniert unsere Erinnerung nicht ganz perfekt, wie der False-Memory-Test beweist: Wer sich die aufgeführten Worte merkt und später aufschreibt, wird auf seinem Zettel unter Umständen auch Worte finden, die er sich nicht gemerkt hat. Wie die meisten Gedächtnisfehlleistungen treten Fehlattributionen im Alter häufiger auf. Man spricht auch von einem altersbedingten Assoziationsdefizit. In einem Experiment aus dem Jahre 1995 können Sie testen, wie anfällig sie für diese Sünde sind (siehe Bild). Der Versuch stammt von den Psychologen Kathleen McDermott und Henry Roediger, die beide an der Washington University in St. Louis arbeiten.

Der Einfluss der Anderen

Auch bei der Suggestibilität erinnert das Gehirn etwas, das so nicht passiert ist. Ein bekanntes Beispiel ist die „Lost in the Mall“-Studie der Psychologin Elizabeth Loftus von der University of Washington: Darin wurde der Junge Chris von seinem älteren Bruder gefragt, ob er sich noch erinnere, wie er als Fünfjähriger im Einkaufszentrum verloren ging. Als der Junge verneinte, erzählte ihm sein Bruder davon. Nach einigen Tagen meinte Chris sich zu erinnern und konnte sogar den Mann beschreiben, der ihn zurück zu seiner Mutter brachte: „Ich glaube, er trug ein blaues Flanell-Shirt, war ziemlich alt, hatte einen Kranz grauer Haare auf dem Kopf und eine Brille.“

Diesen Mann jedoch gab es nie. Ebenso wenig war Chris je in einem Einkaufszentrum verloren gegangen: Loftus hatte den älteren Bruder gebeten, sich eine Erinnerung auszudenken und sie seinem Bruder zu erzählen. Das allein genügte, um Chris das Gefühl zu geben, diese Geschichte tatsächlich erlebt zu haben. In einer weiteren Untersuchung stellte Elizabeth Loftus fest, dass sich etwa ein Viertel der Teilnehmer bereits nach zwei Interviews, in denen sie auf bestimmte Erlebnisse aus ihrer Kindheit angesprochen wurden, an Ereignisse erinnert, die gar nicht stattgefunden hatten. Auch durch Hypnose oder Trauminterpretation lassen sich falsche Erinnerungen in das Gedächtnis der Patienten einpflanzen, entdeckte die Wissenschaftlerin. Doch veränderte Erinnerungen wirken sich nicht nur auf das Gedächtnis aus. Probanden, denen Loftus eingeredet hatte, ihnen sei als Kind von hartgekochten Eiern schlecht geworden, aßen danach weniger gerne Eier. „Wenn du eine Erinnerung veränderst, verändert sie dich“, betont Loftus. „Erinnern ist ein kreativer Prozess“

 

Wenn Erinnerungen quälen

Neben Vergessen und fehlgeleiteter Erinnerung kann auch eine allzu dominante Erinnerung Probleme bereiten. Wer unter der so genannten Persistenz leidet, kann den Abruf einer Erinnerung nicht kontrollieren. Sie drängt sich auf, lässt sich weder unterdrücken noch gezielt vergessen. Oft tritt Persistenz nach traumatischen Erlebnissen auf.

Auch emotionale Erlebnisse lassen übrigens Erinnerungen lebhafter werden. Verantwortlich hierfür ist die Amygdala, eine mandelförmige Struktur in der unteren Innenseite des Gehirns. Die Amygdala ist eine stammesgeschichtlich alte Struktur, die in einer Vielzahl von Spezies für das emotionale Lernen zuständig ist. Sie drückt emotionalen Erinnerungen den Stempel „Wichtig, nicht vergessen!“ auf. Man geht davon aus, dass das emotionale Lernen evolutionäre Vorteile hat.

Es klingt deprimierend: Vergessen, verformt und verzerrt sind unsere Erinnerungen. Doch der Gedächtniswissenschaftler Daniel Schacter korrigiert: „Die Sünden mögen nervig und gelegentlich gefährlich sein. Doch sie sollten nicht als Fehler im System betrachtet werden.“

Die Fehlleistungen zeigen, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert. Aus all der Information, die auf es einprasselt, filtert es das Wichtige heraus: Das, was neu ist, was man aufmerksam verfolgt, oft benötigt oder was einen emotional berührt. Was gerade unwichtig oder vertraut ist, hemmt das Gedächtnis oder beachtet es erst gar nicht, damit es nicht stört. Damit das Gehirn entscheiden und abstrakt denken kann, bündelt das Gedächtnis die Informationen thematisch, bildet Kategorien und fügt alles zu einem stimmigen Bild zusammen, das mit der aktuellen Bedürfnislage und unseren übergeordneten Handlungszielen in Einklang steht. So hilft uns das Gedächtnis, nicht nur Informationen abzuspeichern, sondern auch mit ihnen zu leben.

Für diesen Artikel wurde die Autorin Hanna Drimalla im Januar 2012 mit dem dritten Platz des Konrad-Duden-Journalistenpreises ausgezeichnet. Der Preis würdigt „eine herausragende sprachliche Berichterstattung“. Für diesen Artikel wurde die Autorin Hanna Drimalla im Januar 2012 mit dem dritten Platz des Konrad-Duden-Journalistenpreises ausgezeichnet. Der Preis würdigt „eine herausragende sprachliche Berichterstattung“.

 

 

 

 

Alexander Kluge: Das Handwerk des Erzählers

Alexander Kluge: Das Handwerk des Erzählers

Video und Text entnommen dem Youtube-Kanal der kleinen Filmfabrik

Alexander Kluge liest im Münchner Literaturhaus aus seinem Erzählband „Das fünfte Buch“ (u. a. eine Darstellung von Präsident Obamas Rolle im „Situation Room“ des Weißen Hauses bei der Tötung Bin Ladens) und spricht über sein Verhältnis zum Film und zur literarischen Erzählform. Eine Hommage der kleinen filmfabrik an Alexander Kluge zum 80. Geburtstag im Februar 2012.

http://www.kluge-alexander.de
http://www.literaturhaus-muenchen.de

LIZENZ:
Standard-YouTube-Lizenz

The power of healing through storytelling: Nicole Stewart at TEDxSMU 2013

The power of healing through storytelling: Nicole Stewart at TEDxSMU 2013

Nicole Stewart is a sixth generation Dallasite. She attended the Hockaday School then graduated summa cum laude and with honors in theatre from Northwestern University in 2001. She pursued a professional acting career in New York City and then Los Angeles, where her passion for true, personal storytelling was ignited. After twelve years away, Nicole moved back to her hometown and started the live storytelling series Oral Fixation (An Obsession with True Life Tales). She has produced 19 shows, each with a different theme and featuring regular Dallas folks reading aloud their stories edited by Nicole. The third season of Oral Fixation will commence later this month at a new venue: Hamon Hall in the Winspear Opera House, right here in the Dallas Arts District. Nicole has also directed theatre at the Episcopal School of Dallas, volunteered with Planned Parenthood’s acting troupe TACT (TeenAge Communication Theatre), and was commissioned by the Dallas Holocaust Museum to write a short play about teens in the Holocaust that played for an audience of 1300 people at their annual fundraising dinner in October 2012. Nicole has been named one of Dallas‘ Most Interesting People and Best Future Arts Leader, both by the Dallas Observer. She spoke on the theme „Light My Fire“ at the PechaKucha event at the Nasher Museum in August in celebration of the Texas Sculpture Association’s 30th anniversary. For podcasts, videos and more, please visit www.oralfixationshow.com. Nicole would like to thank her extraordinary husband Anton Schlesinger for his love and support.